Schusswaffen prägen den Alltag in den USA, auch jenen von Tina Kempin Reuter: Die Schule ihres Sohnes musste wegen eines angedrohten Massakers schliessen. Aber es gibt auch eine gute Nachricht.
Die USA sind bewaffnet: Auf 100 Einwohner kommen 120 Schusswaffen, Revolver, Pistolen, Sturm- oder Jagdgewehre. Also mehr als eine Waffe pro Einwohner, Babys mitgezählt. Das ist Weltrekord. Die Waffen gehören zum amerikanischen Alltag, sie sind überall, zu Hause und auch am Arbeitsplatz. Und sie werden benutzt, oft mit tödlichen Folgen: 2024 starben in den USA 44’447 Menschen an Verletzungen durch Schusswaffen. Das entspricht 13 Todesfällen pro 100’000 Einwohner – eine hohe Zahl.
Aber, und das ist die gute Nachricht, im vergangenen Jahr ist gemäss der amerikanischen Bundespolizei FBI die Gewaltkriminalität um fast 10 Prozent zurückgegangen. Trotzdem sind Waffen in den USA omnipräsent, insbesondere in einem konservativen Südstaat wie Alabama, wo die Schweizer Politikwissenschaftlerin Tina Kempin Reuter lebt und arbeitet. Kürzlich musste die Highschool eines ihrer Kinder unvermittelt geschlossen werden. Ein Mail an den Schulleiter enthielt die Drohung eines Massakers.
Wie reagiert man in einer solchen Situation? Kommt es öfter vor, dass Schulen wegen einer akuten Bedrohung den Unterricht einstellen müssen? Weshalb gibt es in den USA diesen Waffenkult, und wie einfach ist es, an eine Pistole oder an ein Gewehr zu kommen? Und lässt sich die Situation in den USA mit jener in der Schweiz vergleichen, wo ebenfalls viele Waffen im Umlauf sind? Darüber unterhält sich Christof Münger, Leiter des Ressorts International, mit Tina Kempin Reuter in Birmingham, Alabama, bei «Alles klar, Amerika?».