Seit ein KI-Boss vor den Gefahren der neuen Technologie gewarnt hat, ist die künstliche Intelligenz in der US-Politik angekommen. Das führt zu neuen Allianzen – und dürfte die Kongresswahlen beeinflussen.
«Die KI-Industrie hat viel zu lange gelogen», räumt KI-Boss Dario Amodei ein. Amodei ist der CEO von Anthropic, dem Unternehmen hinter der Sprachmodellreihe Claude. Der KI-Forscher und Unternehmer hatte am Wochenende angeregt, bei der Entwicklung der Technologie das Tempo zu drosseln, um zu verhindern, dass sie binnen Monaten in der Lage sei, die Kontrolle über das Internet zu übernehmen und grosse Schäden anzurichten. Amodeis Aufruf, ausführlich dargelegt in einem Essay, hat weltweit für Aufsehen gesorgt.
Vor allem in den USA selbst, die in der KI-Entwicklung führend sind. Andere Branchenvertreter pflichteten Amodei bei und forderten eine stärkere staatliche Aufsicht der KI, darunter Sam Altman, Chef des Chat-GPT-Entwicklers Open AI, sowie Techmilliardär Elon Musk.
Dagegen verwahrt sich der US-Präsident, die KI-Industrie zu regulieren. Davon würde nur China profitieren, der globale Rivale der USA und in der KI-Forschung die Nummer zwei der Welt, sagte Donald Trump: «Wer bei der KI gewinnt, gewinnt überhaupt.» Auf seinem Social-Media-Kanal schrieb er, es gebe eine «kranke Verschwörung» gegen KI und Datenzentren und Anthropic-Chef Amodei inszeniere sich als «perfekter kleiner Engel».
Was genau fordert Anthropic-CEO Amodei in seinem Essay? Was spricht für eine Regulierung der künstlichen Intelligenz und was dagegen? Was passiert, wenn sich die KI selbstständig macht, wie befürchtet wird? Wird die KI nun noch zum Wahlkampfthema? Und wie regelt das eigentlich die Schweiz? Darüber unterhält sich Christof Münger, Leiter des Ressorts International, mit Tina Kempin Reuter, Politikwissenschaftlerin in Birmingham, Alabama, in der neuen Folge von «Alles klar, Amerika?».
Produzent: Noah Fend